Die Johanneskirche ist Gottesdienststätte der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Nauheim - neben der Dankeskirche. Wir sind dankbar für diese Kirche und fühlen uns in ihr zu Hause, obwohl sie noch nicht so lange unsere Kirche ist. Wir wünschen Ihnen, dass Sie hier Anregung und Besinnung finden und Sie hier etwas spüren von dem Vertrauen auf Gott, das den Namenspatron der Kirche, Johannes der Täufer, erfüllte.
Die Johanneskirche war nicht von Anfang an evangelische Gemeindekirche: Sie ist dies erst, seit sie am 3. Advent, 11. Dezember 1960, in den Dienst der Gemeinde gestellt wurde.
Ihre Vorgeschichte reicht bis in die Zeit vor über tausend Jahren, als die wohl erste Taufkirche „St. Johannis des Täufers auf dem Berg", Mutterkirche der ganzen Wetterau, geweiht wurde - immer wieder zerstört und doch immer wieder aufgebaut. Sie hatte ihren Standort auf dem Johannisberg, dort, wo heute in den Resten des Turmes die kleine Sternwarte untergebracht ist. 1736 zerstört, wurden die Steine zum Bau der Reinhardskirche (heute russisch-orthodoxe Kirche) benutzt. Die Tradition der Johanneskirche wurde in dem 1898/99 errichteten Neubau wieder lebendig. Hier im aufstrebenden Kurort suchten Gäste aus aller Welt Erholung, aber auch Ermutigung im Glauben. So errichtete die British and European Lands and Buildings Company nach Plänen von Professor Rosenhauer von der Kunstschule Offenbach mit dem Architekten A. Becker aus Gießen die St. Johns Church. Am 10. September 1899 wurde sie in Anwesenheit der Prinzessin Christian von Schleswig-Holstein durch den Bischof von Norwich eingeweiht.
Bis zum Zweiten Weltkrieg fanden Gottesdienste nur in den Sommermonaten in der Johanneskirche statt. Sie wurden in englischer Sprache gehalten und überwiegend von englischen Kurgästen besucht, weshalb die Kirche im Volksmund heute noch häufig „Englische Kirche" genannt wird. Im Zweiten Weltkrieg war hier ein Depot des Roten Kreuzes untergebracht.
Ob die Kirche danach von den Amerikanern beschlagnahmt wurde, ist umstritten. Die Christliche Gemeinschaft pachtete die Johanneskirche zehn Jahre lang und baute in den großen, seinerzeit nicht heizbaren Raum einen kleineren Saal ein. Auch die Neuapostolischen und die Mormonen benutzten die Kirche zeitweise. Als die Mormonen sie jedoch erwerben wollten, entschloss sich die Evangelische Kirchengemeinde kurzfristig zum Kauf für 64.000 DM, um dort im neuerstandenen Viertel eine kirchliche Gottesdienststätte einzurichten. Pfarrer Hermann Knodt berichtet darüber anlässlich des ersten Gottesdienstes am 11. Dezember 1960:
„Der durch viele Jahrzehnte vernachlässigte bauliche Zustand und die schlechte Akustik erforderten hohe Summen, aber heute ist man so weit, sie feierlich wieder in Gebrauch zu nehmen." Die Erneuerungsarbeiten standen unter der Bauleitung des Bad Nauheimer Architekten Wien.
Neue Raumgestaltung
Eine neue Raumgestaltung und die kleine Orgel aus der Wilhelmskirche geben dem Sakralraum ein verändertes Gesicht. Ein mächtiges großes Südfenster in leuchtenden Farben, nach dem Entwurf von Prof. Müller-Linow (Darmstadt) und ausgeführt von der Firma Eichhorn in Boppard, beherrscht den ganzen Raum. Es zeigt die Taufe Jesu durch den Namenspatron Johannes den Täufer, doch in besonders wirkungsvoller und neuer Schau: Christus der Herr hoch aus dem Jordan aufsteigend, neben ihm Johannes der Täufer stehend, als ob er sagte: ,Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen'. Möge diese St.-Johannes-Kirche am Berg den dort Wohnenden und zur Kur Weilenden eine Stätte der Anbetung, der inneren Erquickung und des Heils werden.“
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