das tun wir Protestanten nach verbreiteter Überzeugung vieler Zeitgenossen. Und oft stehen wir ja auch in der Tat - zumindest symbolisch! - heimlich lachend bei den Kartoffeln oder im Heizungskeller, weil wir uns das öffentlich nicht trauen, und beneiden heftig unsere katholischen Glaubensgeschwister mit ihrem fröhlichen Karneval, ihrer ausgelassenen Fastnacht, aber auch ihrem sehr ernsten Aschermittwoch hinterher. "Denn ein Herz voll Freude sieht alles fröhlich an, ein Herz voll Trübsal alles trübe“, das hat Martin Luther einmal in einer seiner Tischreden gesagt. Wie recht hat der Reformator, der alle Ängste und Selbstzweifel immer wieder in der fröhlichen Geselligkeit seiner Tischrunden vergessen konnte!
Wer nicht von ganzem Herzen allein oder in der Runde mit anderen fröhlich sein kann, der ist arm dran, nicht nur in der Fastnachtszeit. Die Bibel sagt im Buch Prediger: „Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.” Seien wir also alle nicht nur in der Fastnachtszeit 2009 dankbar für diese gute Gabe Gottes, wo immer sie uns zuteil wird!
Pfarrer Dr. Ulrich Becke