Beim Dienstantritt des neuen Kantors Frank Scheffler 1999 entsprach die Ausstattung der Kirchengemeinde mit Instrumenten und Zubehör in keiner Weise dem Standard einer sogenannten A-Stelle. Es fehlte an vielem und was vorhanden war, zeigte erhebliche Instandhaltungsmängel. Konzept und Ausführung der Reinigung der großen Walcker-Orgel in der Dankeskirche vor dem Dienstantritt Frank Schefflers wurden von vielen Experten kritisiert. Nun fordert diese Maßnahme intensive Nacharbeit. Jahrelang war zudem an der Wartung und Pflege der Orgel in der Johanneskirche gespart worden. Für Konzerte und für Aufführungen von Oratorien der Kantorei fehlten eine Chor- und Orchesterbühne, ein adäquates Cembalo, eine Truhenorgel und vieles mehr. Hierfür musste das jeweils Benötigte gemietet, ausgeliehen und transportiert werden. Nicht zuletzt fehlte es wegen der immer knapper werdenden Etats oft auch an finanziellen Mitteln für die hochklassigen Aufführungen.
Frank Scheffler engagierte sich mit großem Talent und hohem persönlichen Engagement. Sein Ziel war es, die Infrastruktur der Kirchenmusik auf einen modernen Stand zu bringen. Um ihn dabei zu unterstützen und seine Freude an der Chor- und Instrumentalarbeit zu mehren, gründete sich im Januar 2001 der Freundeskreis für Kirchenmusik der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Nauheim e.V.. Initiator und erster Vorsitzender war Hans Peter von Riegen, der bis zu den Neuwahlen 2009 mit seinen Vorstandsmitgliedern eine intensive Aufbauarbeit betrieb.
Bereits 2003 stimmte der Kirchenvorstand dem Kauf eines Konzertflügels zu. 2004 folgte der Kauf der Chor- und Orchesterbühne. Der Freundeskreis leistete Zuschüsse zu diversen Aufführungen und beteiligte sich an der Wiedererrichtung des Orgel-Fernwerkes in der Dankeskirche, der Anschaffung eines Cembalos sowie der Reparatur und Erweiterung der Orgel in der Johanneskirche.
Als bei den Neuwahlen 2009 der Vorsitzende und ein Teil des Vorstandes nicht mehr kandidierten, ergab sich ein Neustart mit neuen Akzenten, aber gleichbleibenden Zielen. So ist als nächstes Großprojekt die Anschaffung einer für oratorische Aufführungen unverzichtbaren Truhenorgel geplant.
Derzeit hat der Freundeskreis mehr als 100 Mitglieder, das jüngste Mitglied war zum Zeitpunkt des Beitrittes 12 Jahre alt. Der Freundeskreis konnte die Kirchenmusik seit seiner Gründung mit über 30.000 Euro unterstützen.